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7 Oktober

Jeff Koons – Tulpen für Paris

Der US-Amerikaner Jeff Koons ist einer der Protagonisten der zeitgenössischen Kunst, dessen Werke Höchstpreise erzielen. Er arbeitet häufig im monumentalen Format mit Motiven aus Konsum und Populärkultur, die polarisieren und seine Werke auf der Schwelle zwischen Kunst und Kitsch ansiedeln.

Mit erfolgreichen Selbstvermarktungsstrategien und unter Ausnutzung der Mechanismen des Marktes konnte Koons, ein ehemaliger Wall-Street-Broker, seine postironisch oder „Post-Pop-Art“ genannte Kunst seit den 1980er Jahren international am Markt platzieren. Seine Kunst kann man als Konzeptkunst verstehen, da Koons die Ideen entwickelt und diese dann mit Hilfe von Assistenten und Technikern anfertigen lässt.

Im Mai diesen Jahres hat Koons einen neuen Rekord mit dem Verkauf des silberchromfarbig glänzenden „Rabbit“ erzielt. Das einen Meter hohe Kunstobjekt aus Stahl wurde für 91,1 Millionen Dollar bei Christie´s in New York versteigert und löst damit den vorherigen Rekordhalter David Hockney ab, dessen großformatiges ikonisches Pool-Gemälde „Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)“ von 1972 im November 2018 knapp die 90 Millionen-Dollar-Marke knackte. Die Hasen-Skulptur von Koons war das letzte von drei Exemplaren in Privatbesitz, das nun von einem Kunsthändler ersteigert wurde.

Die Gemüter erregt Koons derzeit mit Errichtung seines mehr als drei Millionen Dollar teuren Denkmals für die Opfer des Terroranschlags in Paris 2015. Koons schuf die mehr als zehn Meter hohe Skulptur einer Hand aus Aluminium und Stahl, die einen Strauß Tulpen in die Höhe streckt. Es wurde mehr als zwei Jahre heftig über diese Skulptur und ihre Installation in Paris debattiert und nun ziert diese den kleinen Park hinter dem Kunstmuseum Petit Palais.

Ob „Disneyland-Ästhetik“, wie Kulturschaffende in Paris das Kunstwerk charakterisieren, die dieses am ehesten vor dem Trump-Tower in New York sehen, ob Ausdruck der Freundschaft zwischen den USA und Frankreich, wie vom Künstler intendiert oder Mahnmal, das durch seine Präsenz und Schlichtheit Trauer und Mitgefühl auslösen kann, muss nun jeder Besucher für sich entscheiden.