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13 April

The Story of POP-ART

Ob Andy Warhol, Robert Indiana oder Roy Lichtenstein: kein anderer Stilbegriff der modernen Kunstgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts hat unsere Vorstellung von Ästhetik, Design und Lifestyle so entscheidend geprägt wie die Pop-Art. 1956 präsentierte der britische Künstler Richard Hamilton in einer Gruppenausstellung seine neueste Arbeit „Just What Is It That Makes Today’s Homes So Different, So Appealing?“. Es ist eine Collage aus Zeitschriftenfotos und Hochglanzmagazinen, in der aktuelle Statussymbole vereint werden. In der Kunstgeschichte steht dieses Schlüsselwerk für den Beginn der Pop-Art. Bereits kurze Zeit nach der Geburtsstunde der Pop-Art gelangten erste Bilder und Skulpturen in bedeutende Museen und wurden von Sammlern weltweit erworben und ausgestellt. Marcel Duchamp, einer der Wegbereiter dieser neuen Ausdrucksform signierte bereits 1917 ein handelsübliches Urinal mit seinem Pseudonym R. Mutt und erklärte es anschließend zur Kunst. Durch diese Loslösung der eigentlichen Funktion, wurde ein einfaches Porzellan zu einem Ready-made und revolutionierte die Debatte über Alltagsgegenstände in der Kunst. Pop-Art entstand unabhängig und nahezu gleichzeitig in den USA und England und wurde in den 1960er-Jahren zu einer etablierten, vorherrschenden künstlerischen Stilrichtung. Nordamerika entwickelte sich zu einer Gesellschaft des Massenkonsums und beeinflusste nach dem Zweiten Weltkrieg auch Europa mit der neuen Lebensweise. Auf beiden Kontinenten festigte sich eine neue Kultur, in der Fernsehen, Filme, Kinos, Musik, Comics und deren jeweilige Protagonisten und Ikonen maßgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft hatten.

Pop-Art bediente sich gleichermaßen sowohl der eher unerreichbaren Konsumgüter, des Luxus, des Oberflächlichen und des Unerreichbaren als auch der Alltagsgegenstände, die im jedem Supermarkt die Regale füllten. Pop-Art interessierte sich für alles Populäre, aber sie ist auch selbst populär. In den USA wird die Pop-Art von Künstlern wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein und James Rosenquist erfunden. Sie stammen meist selbst aus der Werbebranche und wissen Plakate, Werbetexte, Comics und Pin-up-Girls geschickt einzusetzen. Pop-Art entstand als Reaktion auf die betont intellektuelle Kunst, auf den abstrakten Expressionismus.

Pop-Art steht nun für all das, was die Kunst in den letzten 20 Jahren nicht war. Pop steht für Farbe, Fantasie, Humor und Glamour. Künstler wie Indiana, Oldenburg, Rosenquist, Lichtenstein oder Warhol werden in Motivgebung oder Farbgestaltung noch heute häufig zitiert und rezipiert. Die Erben der Pop-Art der 80er-Jahre bedienen sich wie selbstverständlich ihrer Stilmittel. Keith Haring beispielsweise bildete eine eigene Bildsprache mit comicartigen Protagonisten.

Aktuell ist Pop-Art gefragter denn je. Künstler wie Romero Britto oder Patrick Rubinstein haben sich aus der Pop-Art entwickelt, rezipieren ihre Vorbilder und gestalten die Kunstwerke gekonnt mit einer jeweils eigenen Bildsprache.

Marion Freitag, M.A.