News
8 April

Tom Boston hautnah

Tom Boston wurde 1970 in eine Künstlerfamilie geboren, ist dort mit Kunst und den unterschiedlichsten Materialien in Berührung gekommen und wollte seit dem nie etwas anderes als Kunst machen. Seine eigenen künstlerischen Fähigkeiten wuchsen zu Schulzeiten heran und fanden bereits 1985, als Tom Boston das Klassenzimmer gestaltete, in Form der Freiheitsstatue seinen visuellen Ausdruck.

Für ihn war dies der Impuls seiner Street Art Kunst. Von nun an prägten ihn symbolträchtige Objekte. Die Wechselwirkung von Farbe bei Josef Albers und die sanften Übergänge seiner klassischen Quadrate begeistern bereits den jungen Künstler. Auch wenn dieser Einfluss nicht unmittelbar sichtbar ist, so „bleibt ein kleiner Aspekt immer übrig“, meint Tom Boston. Und obwohl ihn auch die Farbfeldtheorien von Mark Rothko faszinieren, bleibt er selbst stets figurativ.

Nach seiner Lehre als Buchbinder folgten ab 1991 einige Jahre im künstlerisch geprägten Familienbetrieb. Vor allem sein Vater, selbst vielseitiger Künstler, bestärkte Tom Boston immer wieder und unterstützte die künstlerische Laufbahn seines Sohnes. Mit 25 Jahren erkundete Tom Boston die Welt, doch vor allem Thailand imponierte ihm so sehr, dass er mehrmals das Land bereiste. 1995 verbrachte er dort mehrere Wochen in einem buddhistischen Kloster. Dort erlernte er insbesondere Meditationstechniken. Bedingt durch diese Erfahrungen gelang er zu seiner ruhigen und konzentrierten Arbeitsweise. Noch heute liebt er seine Einsamkeit im Atelier. 1996 nahm er in Krefeld und später in Köln das Studium für Design auf. Dabei spezialisierte er sich auf Produktdesign, Objektgestaltung sowie freie Illustration, deren Einfluss ihn noch heute prägen. Seit ca. 15 Jahren hat Tom Boston sein eigenes Atelier. Und auch wenn er immer wieder mit neuen Materialien experimentiert, so bleibt sein Stil unverkennbar. Er stellt bekannte Personen aus Film und Comic gerne in einen neuen Sinnzusammenhang. So lässt er zum Beispiel die Simpsons zusammen mit den Muppets in einem Hippie-Bus durch Paris fahren. Als Untergrund dienen ihm oftmals optisch vergleichbare Elemente wie Holzlatten, Beton- oder Ziegelwände, die Street Art Künstler auch im urbanen Raum vorfinden. Bei der Street Art fasziniert ihn die einfache, direkte Art, die Oberflächen und Materialien. Allerdings muss diese Kunstrichtung zumeist schnell sein und ist häufig nur temporär. Tom Boston hat die Sprache der Street Art für sich domestiziert und perfektioniert.

Wenn seine Zeit es zulässt, so genießt der zweifache Familienvater gerne seinen Lieblingsespresso im Ludari-Café in Köln oder er besucht die nahegelegenen Galerie Mensing auf der Breite Straße.